Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
Landesverband Baden-Württemberg e.V.
Ortsverband Mühlacker

Storch


In unserem Land war der Weißstorch früher weit verbreitet. Vor 100 Jahren lebten etwa 500 Brutpaare im Rheintal, am Bodensee, entlang Donau, Enz und Neckar und dem Kraichgau. 1975 brüteten in ganz Baden-Württemberg nur noch 15 Paare dieses schönen Vogels. Dramatischer Verlust seiner Lebensräume, Verdrahtung der Landschaft mit Stromleitungen und und andere Gründe haben fast zum Verschwinden dieses Vogels geführt.

Heute brüten wieder über 250 Storchenpaare in Baden-Württemberg. In den letzten Jahren flogen hier im Durchschnitt 500-600 Jungstörche aus. Durch diese erfreuliche Entwicklung kommt es zu einer natürlichen Wiederbesiedlung geeigneter Lebensräume. In den letzten Jahren konnten vermehrt Störche entlang der Enz beobachtet werden, die zum Teil mehrere Monate im Gebiet blieben ohne jedoch zu brüten.

Weißstorch
Weißstorch in der Enzschlinge Mühlhausen

Genau in einer solchen Situation kann die Bereitstellung geeigneter Nisthilfen ausschlaggebend für eine erfolgreiche Wiederansiedlung sein. Das Pfarrhaus in Mühlhausen scheint dafür geeignet, da es hoch ist und in unmittelbarer Nähe zur Talaue liegt. Die großen Wiesengebiete entlang der Enz bieten dem Storch ausreichend Nahrung für eine erfolgreiche Aufzucht der Jungen. Käfer, Regenwürmer, Heuschrecken und Mäuse sind die Hauptbeute. Frösche stehen zwar auch auf seinem Speiseplan, sind aber nicht maßgeblich notwendig.

Weißstorch
Weißstorch im Flug

Storchenrad in Mühlhausen/Enz
Storchenrad auf dem Pfarrhaus in Mühlacker-Mühlhausen

Die BUND-Gruppe Mühlacker hat inzwischen mehrere Storchenräder zwischen Lomersheim und Rosswag aufgestellt. Diese werden auch immer wieder von Störchen inspiziert, allerdings gab es bisher leider noch keine Bruten.